Gesangverein Harmonie 1889 Zellhausen



Ein Fest für die Zellhäuser Fastnacht

Volles Haus und super Stimmung begeistern die Narren bei Harmonie-KJG-Party im Bürgerhaus

Gleich zu Beginn konnte sich das Publikum davon überzeugen, dass das gemeinsame Konzept von KJG und Harmonie nicht nur in Sachen Bühnenprogramm und anschließender Party bestens funktionierte. Denn Sitzungspräsident Nicolas Reuter erhielt direkt nach seinem Begrüßungslied charmante Moderations-Unterstützung von Laura Brand, die fortan als KJG-Sozius das Narrenschiff mit ihm gemeinsam auf Kurs hielt. Und so hatte sie sich auch gleich bezaubernde Verstärkung mitgebracht. Denn bevor sie als Elferrat hinter der Bühne Platz nahmen, demonstrierten die ZFN-„City-Girls" mit einem herzigen Tanz, wie man das mit der Stimmung denn so macht und einen Saal zum Kochen bringt. Es folgte der feierliche Einzug der ZFN-Tollitäten, Prinzessin Michelle I und Prinz André I samt Gefolge, den Pagen Lena Chiara Winter und Anna Gerfelder, sowie Isabell Sattler als Till, die 2012 selbst als Prinzessin das Narrenvolk regierte. Gekonnt professionell balancierten dann, zum Auftakt des gut dreistündigen Programms, die süßen Stewardessen der ZFN-Tanzgruppe Sunrise ihre Silbertabletts über die Bühne. Die jungen Tänzerinnen und ihre Trainerin Mareike Bauer ernteten herzlichen Applaus für ihren Tanz. Büttenredner Jens Malsy schilderte als Bauberater sodann seine Baustellenerlebnisse, indem er genüsslich die stark voneinander abweichenden Arbeitsauffassungen des deutschen und polnischen Baupersonals glossierte. JensDanach erlebte das Publikum ein gesangliches Highlight der Extraklasse. Sänger von Harmonie und Liederkranz fanden sich im Festgewand gemeinsam unter ihren Vereinsfahnen auf der Bühne ein, um stimmgewaltig und eindrucksvoll auf die heikle Situation vieler Männerchöre hinzuweisen. Feiern doch in diesem Jahr der Liederkranz mit seinen 111 Jahren ein närrisches und die Harmonie mit 125 ein echtes Vereinsjubiläum. Unner ihr’m Wimpel, steh’n nur noch paar Simpel – so drastisch überspitzt, aber dennoch treffend, brachten die Sänger die schwierige Situation auf den Punkt, die viele Vereine mit großen Nachwuchssorgen in die Zukunft blicken lässt. Zwar schimmerte in dem einen oder anderen Dialog die jahrelang liebevoll gepflegte Rivalität zwischen den beiden Traditionsvereinen durch, aber insgesamt wurde festgestellt, dass es doch deutlich mehr Gemeinsamkeiten als Differenzen gibt. Und ganz besonders an Fastnacht muss es doch möglich sein, die Sängersache durch den gemeinsamen Schulterschluss voranzubringen. Denn Zellhäuser sind schließlich „mords Sänger", wie es in einem der Lieder, mit einem gar nicht versteckten Seitenhieb auf die Sänger aus dem Ortsteil am Main, hieß. Für die Auswahl der Lieder und die wunderbaren Texte zeichneten Volker Haus und Andreas Herr gemeinsam verantwortlich. Roman Zöller begleitete die Sänger, trotz Handicap, virtuos am Klavier. Das begeisterte Publikum belohnte die Akteure mit stehenden Ovationen und verabschiedete sie mit tosendem Applaus von der Bühne. maennerWieder etwas mehr für’s Auge wurde dann mit dem Auftritt des Rainbow-Ballets der TKK Klein-Krotzenburg geboten. Nach der wohlverdienten Pause fand sich das Publikum unvermittelt beim Arzt im Wartezimmer wieder. Als Praxispersonal, Ärzte und Patienten, glossierten die Sängerinnen und Sänger des Gemischten Chores treffen die leidige Warterei und die Einteilung in eine Zwei-Kassen-Gesellschaft bereits am Empfang in der Arztpraxis. Es gibt aber auch Leute, die gehen gerne zum Doktor, damit sie ‚von de Gass‘ sind und um sich über Krankheiten zu informieren, die momentan gerade ‚in‘ sind. Die Texte über die Narretei im Gesundheitswesen stammten von Anette und Andreas Herr, sowie Chorleiterin Almut Lang, die auch die Einstudierung übernommen hatte. Im nächsten Showteil wirbelten dann die Tänzerinnen und Tänzer der TGZ-Ballettgruppe Jazz-For-Fun als herrlich kostümierte Piraten, in gewohnt souveräner Weise über die Bühne. Das großartige Karibikspektakel hatte Trainerin Sandra Ittermann einstudiert. Auch der Freundeskreis der Alten Garde ließ es sich nicht nehmen, mit einer lustigen Slapstick-Balletteinlage das Programm zu bereichern. Vadder Abraham und seine Schlümpfe wurden dafür vom Publikum mit lange anhaltendem Applaus belohnt. Hammamäßisch Hessisch wurde es dann beim nächsten Gesangsauftritt. Das Vater-Sohn-Gespann Andreas und Jakob Herr präsentierte ein flammendes Plädoyer für den Hessischen Dialekt. Der in atemberaubender Weise vom Vater präsentierte Zungenbrecher-Song wurde vom Junior kongenial auf der Gitarre begleitet und riss das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. HerrsDanach stand wieder die traditionelle Wahl der KJG-Oberkappe auf dem Programm. Timo Kohl wurde diese Ehre in diesem Jahr zu teil. Als äußeres Zeichen wurde die Oberkapp mit einer wunderschönen, riesigen Narrenkappe dekoriert. Zum Abschluss des äußerst kurzweiligen Sitzungsprogramms, präsentierte das ZFN-Männerballett Lasso schwingend einen großartigen Cowboy-Showtanz im edlen Wild-Wild-West-Outfit. Trainerin Anette Herr hatte der Western-Truppe gekonnt in die Steigbügel geholfen. Bevor Sitzungspräsident Nicolas Reuter mit einem gemeinsamen Abschlusslied mit Prinz André den Übergang zur KJG-Kappenparty einleitete, bedankte er sich noch bei zahlreichen Akteuren auf und hinter der Bühne. So hatte Vollblutmusiker Richard Kress aus Seligenstadt, die Narrenschar stets bestens im Griff und sorgte mit flotten Schunkelrunden für ordentlich Bewegung im Saal. Tom Ulrich und Thorsten Schmidt hatten an ihren Mischpults alle Regler für den guten Ton und das rechte Licht bestens unter Kontrolle. Als eingespielte Bütten-Crew fungierten die KJG-Jungs Marvin Rachor, Tobias Kaiser und Steffen Zilch und hinter den Kulissen sorgte Nine Zabel für das perfekte Makeup der Akteure. Insgesamt konnte sich das Publikum über einen rundum gelungenen Fastnachtsabend freuen, auch wenn der der Übergang vom Sitzungsprogramm zur Kappen-Party sicher noch etwas publikumsfreundlicher gestaltet werden kann. Aber die zahlreichen Besucher der anschließenden Party im legendären Kappenabend-Style gaben den Verantwortlichen von KJG und Harmonie recht, dass der Mix aus Sitzungsprogramm und anschließender Party durchaus Perspektiven für künftige Veranstaltungen bietet.

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