Närrische Singstunde 2005

Harmonie Zellhausen präsentierte eine begeisternde Fastnachts-Gala

Die Fastnachtsabteilung der Harmonie Zellhausen hat es am Samstagabend wieder einmal geschafft ein grandioses Feuerwerk an karnevalistischen Spitzenleistungen zu zünden. Der herrlich geschmückte Bürgerhaussaal war voll besetzt und Norbert Schneider’s Stimmungs-Duo "Zweitakter" sorgte mit schmissigen Liedern von Beginn an für den richtigen Stimmungspegel.
Die durchweg sehr niveauvollen Gesangs- Bütten- und Tanzvorführungen wurden auch optisch und akustisch durch eine perfekte Licht- und Tontechnik in Szene gesetzt. Als Techniker fungierten Thorsten Schmidt (Licht) und Tom Ulrich (Ton).

Eröffnet wurde die närrische Sitzung mit dem Einzug des Elferrates, bestehend aus Mitgliedern des Jugendchores. In Ihrer Mitte, der Sitzungspräsident Udo Reuter in einem knalligen Outfit. Gewohnt souverän hatte er von der ersten Minute an das närrische Volk im Griff und führte gekonnt durch das gut vierstündige Programm. Protokoller Winfried Herr beschränkte sich in seinem kurzen Vortrag auf einige herausragende Ereignisse, die sich in Mainflingen zugetragen hatten und die er dem geneigten Zellhäuser Fastnachtpublikum keinesfalls vorenthalten wollte.

Auch in diesem Jahr musste das närrische Regentenpaar, Prinz Roman I (Zilch) und Prinzessin Jessica I (Pauser) zu Beginn in einem fastnachts-musikalischen Eignungstest seine närrische Qualifikation gemeinsam mit dem Publikum unter Beweis stellen, bevor es mit seinem Hofstaat, den Pagen Isabell Sattler und Laura Brand und Till (Nadine Fehrensen) in seinem festlich geschmückten Palais platz nehmen durfte.

Das Narrenschiff war nunmehr bereit zum Ablegen und der Reigen des abwechslungsreichen Programms wurde mit einem Büttenvortrag eröffnet. „Ich bin drin“ so der Werbeslogan von Pfarrer Bernhard Gugerel für seine neu eingerichtete Internet-Seite „www.parre.de“. Wortreich warb er für den modernen Service bei dem sich die Gemeindeschäfchen per Mausklick an ihn wenden können und selbst die Kindstaufe vor dem Drucker ist heute kein Problem mehr.


Pfarrer Gugerel begeister das Publikum mit seinem Vortrag "Ich bin drin". Übers Internet erledigt er seine Aufgaben als Gemeindepfarrer

Solo-Tanzmariechen Lisa Ludwig, Tochter des ZFN-Sizungspräsidenten Thomas Ludwig, brillierte mit einem perfekt vorgetragenen Gardetanz und erntete viel anerkennenden Beifall für die von Mareike Ritter einstudierte Tanzdarbietung.


Tanzmariechen Lisa Ludwig mit einer gekonnten tänzerischen Darbietung

Bei der Disco-Party des Kinderchores legten sich auch die kleinsten „Harmonisten“ kräftig ins Zeug und brachten Stimmung in den Saal. Tobias Kieven als DJ Ötzi und Jakob Herr als „Schnappi, das kleine Krokodil“ setzten mit ihren Soloeinlagen zusätzliche Glanzpunkte. Geleitet wird der Kinderchor von Theresia Uglik, die auch als Theo-Theo von den Kindern besungen wurde.


Tobias Kieven, als DJ Ötzi



Als Solist Jakob Herr, mit dem Lied "Schnappi das kleine Krokodil"

Danach ging es ab wie die „Feuerwehr“. Die Dancing Devils, eine von Mareike Ritter geleitete Jugend-Tanzgruppe der TGZ sorgte mit ihrem Showtanz für einen feurigen Programmpunkt.

Zum ersten Mal in der Bütt, klagten die beiden Youngster Jakob und Frederik Herr anschließend ihr Leid über die untragbaren Zustände im Elternhaus, wo die Väter nur ihren Verein im Kopf haben und die Mütter sich jeden Tag von neuem überlegen, wie sie ihren Nachwuchs „schikanieren“ können.


Zum ersten Mal in der Bütt, beklagten sich Jakob und Frederik Herr über die Zustände in Ihrem Elternhaus

„Geiz ist geil“ - so das Motto der Gruppe die anschließend durch den Saal marschierte. Die Männer des Millennium-Chores hatten sich den aktuellen Werbeslogan und die Finanzmisere der Gemeinde auf die Fahne geschrieben und sangen dementsprechend als Schotten gewandet von den zahlreichen Problemen die durch die Finanznot im Ort entstanden sind. Aber auch die Werbeflut in den heimischen Briefkästen und die Verwirrungen um die Mainhäuser „Blättchen“ ließen den Schotten keine Ruhe. Die Lieder für die, unter der Harmonie-Fahne versammelten Sänger, hatte Andreas Herr getextet und gemeinsam mit Norbert Schneider einstudiert.


"Geiz ist geil", das diesjährige Motto des Millenium Chores


   

Nach der Pause entführten die „Hexen“ des Frauenchores das Publikum auf den Blocksberg. Wahrsagerin Margarethe Simon erblickte gar schauerliche Dinge in ihrer Kristallkugel, welche die wilde Hexenhorde dann sogleich trefflich mit Lied und Tanz präsentierte. So wurde manches Ereignis im ersten Amtsjahr von Bürgermeisterin Ruth Disser „herausgekehrt“. Und auch vor dem großen Fehler, die Alten zu vergraulen und allzu sehr auf die Jugend zu setzen, wurde von der herrlich grässlich anzuschauende Weiberhorde eindringlich gewarnt. Das unsägliche Durcheinander bei den Mainhäuser Ortsnachrichten beschrieb Margarethe Simon in einem Lied und in Ihrer unnachahmlichen Art sang Christa Heutzenröder von der Auto-Odyssee des „Stadtschreibers“ Albert Disser auf der 100jährigen Kerb. Zum Abschluss fühlte sich Steffi Reuter in ihrem Solovortrag „tausend mal belogen“, bevor sich die Hexen unter dem begeisterten Applaus des Publikums auf die Besen schwangen um in die Harmonie-Bar zu schweben. Die musikalische Umsetzung des von Margarethe Simon aus der Kugel gezauberten Spektakels, besorgten sehr versiert Almut Lang und Lutz Lang.


Der Frauenchor analysierte die ersten Entscheidungen
der Bürgermeisterin Ruth Disser

In die Weiten der Südsee entführte danach eine Hula-Tanzgruppe im Bastrock und Blumenkranz. Allerdings steckten unter den prachtvollen Lockenperücken acht junge Herren, die sich geschmeidig und betörend in die Herzen des Publikums tanzten. Einstudiert wurde der Südseezauber von Janina Reuter,


Mit seiner tänzerischen Einlage entführte das Männerbalett das Publikum in die Südsse

Ein besonderes Highlight folgte dann im nächsten Büttenvortrag. Die zuvor schon als Eierfraa und Domina in Erscheinung getretene Rita Herr, gab deutlich zu verstehen, dass sie nicht als Mauerblümchen verkannt werden möchte. Mit blumigen Worten erklärte sie der Männerwelt, dass sie trotz leicht fortgeschrittenen Alters noch überaus reizvoll und „voll im Saft“ sei. Das Publikum dankte der Vortragenden mit tosendem Beifall.

Die bekanntesten Hits aus dem Erfolgsmusical „Starlight Express“ präsentierte ein junges Damen-Quartett wie im großen Vorbild auf Rollschuhen in tollem Outfit und Make-up. Für die live gesungenen Musicalsongs ernteten Monique und Valerie Berendorf, Ann-Kathrin Theiß und Marlen Burkard viel Beifall.

Ein gewichtiges Wort im Programm mitzureden hatte auch eine Sumo-Ringertruppe der besonderen Art. Ausgestattet mit schier unglaublicher Leibesfülle kämpften sich die vier zu den Klängen von Carls Douglas’ „Kung-Fu Fighting“ auf die Bühne wo sie dem nach Fassung ringenden Publikum zunächst ein kleines „Folkloreprogramm“ präsentierten. Taktsicher mit bunten Klang-Röhren und mit allerlei Sumo-Ritualen garniert, intonierten sie Evergreens der Japanischen und deutschen Volksmusik auf sehr eigenwillige aber dennoch umwerfend komische Art. In einem Lied, bei dem sie Stefan Claas am Klavier begleitete, wurde begründet, warum Sumo-Ringer niemals abnehemen - sie haben Angst, das „Tuch fällt ab“. Die Krönung kam jedoch zum Schluss. Da man zu viert nicht als Sumo-Mannschaft durchgeht, wurde Sitzungspräsident Udo Reuter per Lied aufgefordert, sich doch der Truppe anzuschließen, weil er doch „heimlich auch gern ein Sumo wär“. Dieser ließ sich nicht lange bitten und reihte sich, zur Begeisterung des Publikums, nur mit einer Inkontinenzwindel bekleidet in das Sumo-Team ein. In den fülligen Kostümen steckten natürlich altgediente Harmonie-Fastnachter, Stephan, Winfried und Andreas Herr und Klaus Zilch.



Als Sumo Ringergruppe verkleidet das Herr/Zich Quartett, ein Höhepunkt des Abends

Der Tanzgruppe „Jazz for Fun“ geleitet von Sandra Ittermann war es vorbehalten den Abschluss der Harmoniesitzung mit einem „Clowns-Ballett“ zu krönen. Choreographisch perfekt und wunderbar kostümiert fegten sie zu bekannten Liedern aus dem Kölner Karneval über die Bühne und sorgten mit ihrem Showtanz für das "i" Tüpfelchen auf einer rundum gelungenen Fastnachtssitzung. Diese Truppe gehört nach Meinung der Harmonie-Fastnachter schon längst in die Fernseh-Sitzungen des Hessischen Rundfunks. So war dann auch die Zugabe mit Ernst Negers „Rucki Zucki“ auf den Tischen getanzt genau die richtige Einstimmung für den gemütlichen Teil des Abends auf der Tanzfläche und in der Bar. Der Harmonie-Abend hat Laune für die bevorstehenden „heißen“ tage gemacht und das Zellhäuser Narrenvolk kann schon gespannt sein, welches tolle Programm die Harmonie-Fastnachter im nächsten Jahr wieder auf die Bühne zaubern werden.


Zum Abschluss, in herrlichen Kostümen die Tanzgruppe "Jazz for Fun"