Tolle Sitzung bei der Harmonie, 17.02.2003

Die Harmonie Zellhausen hatte am Samstagabend zu Närrischen Singstunde ins Bürgerhaus nach Zellhausen eingeladen und alle die kamen, mussten ihr Kommen nicht bereuen. Mit einem rund fünfstündigen Programm knüpften die Harmonisten nahtlos an die erfolgreichen Sitzungen der letzten Jahre an.
Damit auch alle Akteure des Abends ins rechte Licht gesetzt wurden und kein gesprochenes oder gesungenes Wort verloren ging, dafür sorgte die Ton- und Lichttechnik mit Erich Disser, Thorsten Schmidt und Tom Ulrich in perfekter Weise.
Mit dem Einzug des Elferrates wurde die Sitzung schon stimmungsvoll eröffnet. Sitzungspräsident “Dr. Dr. Humoris Causa” Udo Reuter und sein jugendlicher Elferrat überraschten das zahlreiche Publikum mit Kostümen im Stil der amerikanischen High-School-Abgänger, mit schwarzer Robe und Doktorhut.


Elferrat und Sitzungspräsident Udo Reuter

In direkter Folge kam dann das amtierende Zellhäuser Prinzenpaar auf die wie immer toll dekorierte Bühne des Bürgerhaussaales. Nach ihrem standesgemäßen Prolog wurden Prinz Markus II (Disser) und Prinzessin Mareike II (Ritter) wie schon ihre Vorgänger wieder mit dem beliebten Sekt oder Selters Spiel konfrontiert, einem Eignungstest für Ihre Prinzenregentschaft, den sie natürlich mit Bravour bestanden haben.


Prinz Markus II (Disser) und Prinzessin Mareike II (Ritter)

Den ersten Büttenvortrag lieferte dann traditionell der Vereinsvorsitzende Winfried Herr mit seinem Protokoll ab. Wie gewohnt fasste er die Ereignisse des letzten Jahres in geschliffenen Versen und feinsinnigem Humor zusammen und sparte in seinem Vortrag aber auch nicht an Kritik wenn er es für angemessen hielt.


Vereinsvorsitzender Winfried Herr als Protokoller

Mit viel Elan stürmte dann der Kinderchor der Harmonie mit ihrer Leiterin Theresia Uglik die Bühne. “Wir machen Fitness” hatten sie als Motto und brachten mit dem “Ketchupsong”, dem Sommerhit des letzten Jahres, richtig Leben auf die Bühne. Das Bewegung wichtig ist riefen sie auch ihrer Dirigentin ins Gewissen, denn die “Resi wird immer älter und ihr Boppes immer kälter”. Als Solisten traten Sabrina Rückert und Jakob Herr auf. Das Publikum hatte sichtlich Spaß bei diesem Vortrag der jüngsten Harmonisten.


Der Kinderchor mit Dirigentin Theresia Uglik.



Als zweite Büttenrede des Abends folgte Rita Herr mit ihrem Vortrag. Im letzten Jahr als “Eierfraa” zum ersten mal ins Rampenlicht der Harmonie Fassenacht getreten, brillierte sie dieses mal als “Masseuse vom Ort” und plauderte aus ihrem Nähkästchen. Einfach köstlich wie sie im Detail über ihre zumindest im Verein bestens bekannte Kundschaft zu erzählen wußte. Das Publikum dankte mit entsprechend viel Applaus.


Rita Herr als “Masseuse vom Ort”

Mit dem “Peter Gun Theme” live gespielt von Norbert Schneider and Friend, der Hauskapelle der Harmonie, kündigte sich die nächste Gruppe an.


Die Hauskapelle der Harmonie "Norbert Schneider and Friend" sorgten mit Ihren Rhytmen für einen gelungenen Abend.

Der Millenium Chor betrat im Original Blues-Brothers-Outfit inklusive Hut und Brille die Bühne.


Der Millenium Chor im Original Blues-Brothers-Outfit, inklusive Hut und Brille.



Umringt von fünfzehn tanzenden schwarzen Männern sang Rebecca Hartmann “Dancing in the Street” und überzeugte mit ihrer kraftvollen, ausdruckstarken Stimme. Ein Gesangstalent, einst aus dem Kinderchor der Harmonie hervorgegangen, das den Vergleich mit den RTL-Superstars nicht zu scheuen braucht. Daß die Harmonie aber noch mehr Solisten in ihren Reihen hat bewies der kleine Chor mit nicht weniger als zehn verschiedenen Solisten in seinen Liedvorträgen und natürlich seinem Chorleiter Stefan Claas, der seine Blues Brothers wie immer gekonnt am Klavier begleitete. Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Hans Sand der ein herrliches Lied über die geplante Heizungsanlage des Bürgerhauses vortrug und auch für die verbindenden Zwischentexte verantwortlich war.



Hans Sand trug ein herrliches Lied über die geplante Heizungsanlage des Bürgerhauses vor.

Den Auftakt der zweiten Sitzungshälfte machte wiederum Rebecca Hartmann mit dem Shoop-Shoop-Song von Cher bevor endlich der Frauenchor der Harmonie als Schulklasse das närrische Zepter in die Hand nahm.


Rebecca Hartmann mit dem Shoop-Shoop-Song von Cher.

Angeführt von Margarete Simon als Schullehrer alter Prägung und begleitet von Lutz Lang am Klavier sangen sie von den Leiden des Schulalltags in früheren Zeiten.


Lutz Lang begleitete am Klavier den närrischen Frauenchor der Harmonie.



   

Höhepunkt des Frauenchorvortrages war zweifelsohne die Gesangseinlage von Christa Heutzenröder, die im richtigen Leben ihren Alltag hinter der Metzgereitheke verbringt, sich auf der Fastnachtsbühne aber regelmäßig zum Showstar wandelt. Mit ihrer fulminanten Stimme schmetterte sie den alten Gospel Hit “Oh Happy Day” dass es eine Pracht war, zumal ihr die Textzeile “Wo is moi Worscht” von der Autorin Margarete Simon maßgerecht auf den Leib geschrieben wurde. Lang anhaltender tosender Applaus war der Dank für diesen tollen Vortrag.


Christa Heutzenröder mit Ihrem Lied "Oh Happy Day"

Nach dem Ende des Frauenchores blieb Margarete Simon gleich auf der Bühne und setzte ihre Rolle als Schullehrer fort. In einem Zwiegespräch mit Teresia Uglik suchte sie eine Alternative zu den bestehenden Bürgermeisterkandidaten für die demnächst anstehende Bürgermeisterwahl in Mainhausen.


Teresia Uglik als alternativer Bürgermeisterkandidat für Mainhausen im Zwiegespräch mit Margarete Simon.

In diesem Klassevortrag zeigte sich die ganze Routine und jahrzehntelange Erfahrung der beiden Akteurinnen, die
wirklich alle Register ihres Könnens aufgeboten haben
.

Auf die älteren Semester folgte wieder die Jugend. “Young Stars On Stage” hieß das Motto des Jugendchores.
In einem Wettbewerb a la ”Deutschland sucht den Superstar”
wirbelten sie in einer begeisternden Playbackshow über die Bühne. In tollen Kostümen und mit reichlich schauspielerischem oder besser gesagt Showtalent inszenierten sie eine tolle Nummer.



Julia Kohl und Sebastian Kuhn, Solisten der Playback Show
“Young Stars On Stage”



Moderiert von Laura Komo, welche die leider verhinderte Michelle
Ver-Hunziker fabelhaft vertrat, spielten sie Pop Klassiker von Abba bis Jackie Wilson und von Donna Summer bis DJ Ötzi. Es gab eine original getanzte Choreographie von den No Angels, einen vor Erotik knisternden Tanz auf das “Sex Bomb” von Tom Jones und sogar einen Sieger bei dem kleinen Gesangswettbewerb.


Original getanzte Choreographie von den No Angels. Ein vor Erotik knisternder Tanz auf das “Sex Bomb” von Tom Jones, vorgetragen von Janina und Nicolas Reuter.

Das Publikum entschied sich recht spontan und deutlich für die drei kleinsten im Kreise der Teilnehmer, die Gipsy-Kids mit ihrem flamencotanzenden Sänger Jakob Herr und den brustbehaarten Gitarristen Frederik und Felix Herr.



Jakob, Felix und Frederik Herr, die Gipsy-Kids

Ein neues Gesicht auf den Zellhäuser Fastnachtsbühnen ist Pfarrer Bernhard Gugerel. Auch wenn die katholische Kirche in manchen Positionen eine recht antiquarische Einstellung hat, darf ein Priester zumindest in seinen Träumen an die schönen Seiten des Lebens denken. Aus diesen Träumen wusste Pfarrer Gugerel zu erzählen und das Publikum hatte viel zu lachen.


Pfarrer Bernhard Gugerel träumt in seinem Vortrag von den schönen Seiten des Lebens..

Das neu formierte TGZ-Ballett “Jazz for Fun” unter der Leitung von Sandra Ittermann hat für die diesjährige Kampagne ein Westernballett einstudiert. Diese Truppe, die aus der Zellhäuser Fastnacht überhaupt nicht mehr wegzudenken ist, war wie immer ein Augen- und Ohrenschmaus, nicht nur für die anwesenden Männer im Saal.


Das neu formierte TGZ-Ballett “Jazz for Fun” unter der Leitung von Sandra Ittermann.

Zu später Stunde kam es dann zum krönenden Abschluß eines tollen Sitzungsabends. Die Gesangsgruppe Herr/Zilch um den Vereinsvorsitzenden Winfried Herr betrat als Komiteemitglieder die Bühne. Mit riesigen Narrenkappen und roten Clownsnasen sangen sie die Eröffnung ihres Vortrages a Capella um dann mit einer Riesenüberraschung das Publikum zu begeistern. Als Pianist konnten sie den ehemaligen Dirigenten der Harmonie, Herrn Diplomkapellmeister Winfried Siegler für ihren Auftritt gewinnen, der in Zellhausen nach wie vor große Sympathien genießt.


Als Pianist wurde der ehemalige Dirigent der Harmonie, Herr Diplomkapellmeister Winfried Siegler für den Auftritt gewonnen. Er genießt in Zellhausen nach wie vor große Sympathien.


Mit seinem virtuosen Klavierspiel begleitete er die vier Sänger bei den weiteren Liedvorträgen und weckte damit Erinnerungen an sehr erfolgreiche gemeinsame Zeiten im Verein. Kernpunkt des Vortrages der “Vier vom Komitee”, die sich im Wesentlichen aus Mitgliedern des Hauptvorstandes der Harmonie begründen war die Würdigung des karnevalistischen Lebenswerkes von Margarete Simon.



Komiteemitglieder würdigten das karnevalistische Lebenswerk von Margarete Simon.

Diese Akteurin prägt schon seit Jahrzehnten die Zellhäuser Fassenacht mit ihren Beiträgen und schickt sich nun an in Zukunft etwas kürzer zu treten. Dies nahmen die vier Sänger zum Anlaß für ein kleines Dankeschön vor großem Publikum. Daß dies nicht ganz ohne Tränen und Standing Ovations für die Geehrte abging ist nur zu verständlich.
Mit dem großen Finale aller Aktiven und dem Lied “Zellhause feiert wieder Fassenacht”, gesungen von Nicolas Reuter, ging ein toller Abend zu Ende.
 



Nicolas Reuter
singt im Finale "Zellhausen feiert wieder Fassenacht"